{"id":2085,"date":"2013-03-21T22:17:09","date_gmt":"2013-03-21T22:17:09","guid":{"rendered":"http:\/\/waldesleuchten.de\/?p=2085"},"modified":"2018-05-23T18:14:58","modified_gmt":"2018-05-23T18:14:58","slug":"sonne-du-bist-schuld-daran","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/waldesleuchten.de\/?p=2085","title":{"rendered":"Sonne, Du bist schuld daran?"},"content":{"rendered":"<p><font face=\"Arial,Helvetica,Geneva,Swiss,SunSans-Regular\" size=\"2\"> <div id=\"attachment_2097\" style=\"width: 235px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/waldesleuchten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Rundblaettrige-Glockenblume.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-2097\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/waldesleuchten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Rundblaettrige-Glockenblume.jpg\" alt=\"Rundblaettrige Glockenblume - Campanula rotundifolia\" width=\"225\" height=\"300\" class=\"size-full wp-image-2097\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2097\" class=\"wp-caption-text\">Rundblaettrige Glockenblume &#8211; Campanula rotundifolia<\/p><\/div> 09.08.2012 \u2013 Um 10 Uhr vormittags gehe ich vom Parkplatz am Bahnhof Steinerne Renne los. Eine Tageswanderung ist angesagt, in der sommerlichen W\u00e4rme trage ich kurze Hose und T-Shirt, dabei habe ich nur eine Regenjacke, Getr\u00e4nke und Vesper f\u00fcr den Tag. Warum ich das erw\u00e4hne? Abwarten&#8230; Urspr\u00fcnglich hatte ich vor, zum Gasthaus Steinerne Renne auf direktem Wege in den Harz hochzusteigen, zu den Ottofelsen zu wandern, von denen mir ein Bekannter aus Magdeburg vorgeschw\u00e4rmt hatte, und durch das Thumkuhlental wieder abzusteigen, also eine nicht allzu lange Rundtour zu gehen. Bei einem Blick auf die Karte entscheide ich mich spontan anders: ich habe den ganzen Tag vor mir liegen, nichts zwingt mich, zu einer bestimmten Zeit wieder zur\u00fcck zu sein. So w\u00e4hle ich die Goslarsche Gleie als Aufstiegsweg in den Harz. Die Frische vom Morgen h\u00e4ngt noch in der Luft, es geht ein kurzes St\u00fcck durch Wald, dann \u00f6ffnet er sich in eine gerodete Fl\u00e4che, auf der sich erst allm\u00e4hlich ein neuer Wald bildet. Unz\u00e4hlige Weidenr\u00f6schen bl\u00fchen hier, eine einzelne L\u00e4rche steht am Wegesrand, die jungen Fichten und Ahorne sind erst h\u00f6chstens bauchhoch gewachsen. <!--more--><br \/>\n<div id=\"attachment_2096\" style=\"width: 642px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/waldesleuchten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Roetelmaus.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-2096\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/waldesleuchten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Roetelmaus.jpg\" alt=\"Roetelmaus - Myodes glareolus\" width=\"632\" height=\"273\" class=\"size-full wp-image-2096\" srcset=\"https:\/\/waldesleuchten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Roetelmaus.jpg 632w, https:\/\/waldesleuchten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Roetelmaus-300x129.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 632px) 100vw, 632px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2096\" class=\"wp-caption-text\">R\u00f6telmaus &#8211; Myodes glareolus<\/p><\/div><\/p>\n<p>Immer schmaler und begr\u00fcnter wird der Schotterweg, der mich bergan f\u00fchrt. Als er wieder in den Wald taucht, wird er zum Pfad; kein anderer Mensch ist hier unterwegs. Am Wegesrand sitzt eine <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/R%C3%B6telmaus\" target=\"_blank\">R\u00f6telmaus<\/a> und blickt mich mit erschreckten Augen an, seltsamerweise flieht sie nicht, vielleicht ist sie verletzt oder krank. Wenig sp\u00e4ter bleibe ich unbeweglich und still stehen: vor mir schn\u00fcrt ein Fuchs \u00fcber den Weg, doch er hat mich schon gesichtet und verschwindet schnell im Unterholz. Endlich habe ich die H\u00f6he erreicht und gehe auf nun wieder breiterem Weg an der Abhangkante entlang, genie\u00dfe den Blick \u00fcber das Tal der Steinernen Renne und auf die etwas entfernter liegende Harzstadt Wernigerode. Am Wegrand bl\u00fcht die <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rundbl%C3%A4ttrige_Glockenblume\" target=\"_blank\">Rundbl\u00e4ttrige Glockenblume<\/a>, am Boden haben Schnecken eine achtf\u00f6rmige Schleimspur hinterlassen. Die Fichten bilden am Rand des Abhangs ein dunkles Gittermuster gegen den Himmel, als h\u00e4tten sie die Funktion eines Zaunes. Einzelne Nebelfetzen h\u00e4ngen noch in weiter entfernten Harzt\u00e4lern. Nach einiger Zeit erreiche ich eine breite Forststra\u00dfe, die Bielsteinchaussee, und folge ihr bis zur nahegelegenen Kreuzung an der M\u00f6nchsbuche.<br \/>\n<div id=\"attachment_2095\" style=\"width: 642px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/waldesleuchten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Goslarsche-Gleie.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-2095\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/waldesleuchten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Goslarsche-Gleie.jpg\" alt=\"Ausblick von der Goslarschen Gleie\" width=\"632\" height=\"282\" class=\"size-full wp-image-2095\" srcset=\"https:\/\/waldesleuchten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Goslarsche-Gleie.jpg 632w, https:\/\/waldesleuchten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Goslarsche-Gleie-300x133.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 632px) 100vw, 632px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2095\" class=\"wp-caption-text\">Ausblick von der Goslarschen Gleie<\/p><\/div><\/p>\n<p>Viel ist von dem sicherlich einst imposanten Baum nicht \u00fcbriggeblieben, tot wirkte er auf den Betrachter, w\u00fcrden nicht noch hier und da einzelne gr\u00fcnbl\u00e4ttrige Astgabeln aus dem gestutzten Baumrest sprie\u00dfen. Eine Infotafel lehrt: <em>&#8222;Seit Mitte des 13. Jahrhunderts verlief an dieser Stelle der M\u00f6nchstieg, eine Verbindung zwischen den Kl\u00f6stern Himmelpforte und Ilsenburg. Hier rasteten die M\u00f6nche, wenn sie sich gegenseitig besuchten. Schon immer stand hier eine Buche.&#8220;<\/em><\/p>\n<p><div id=\"attachment_2099\" style=\"width: 235px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/waldesleuchten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Wolfsklippen.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-2099\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/waldesleuchten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Wolfsklippen.jpg\" alt=\"Wolfsklippen\" width=\"225\" height=\"300\" class=\"size-full wp-image-2099\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2099\" class=\"wp-caption-text\">Wolfsklippen<\/p><\/div>Leicht bergan geht es von hier aus in nordwestlicher Richtung auf dem breiten, geschotterten Oberf\u00f6rster-Koch-Weg weiter, dann, nach Kreuzung des Huyseburger-H\u00e4u-Weges, auf einem Waldpfad durch Fichtenwald, dem Alexanderstieg, zu den Wolfsklippen. Die Wolfsklippen bilden ein Steinfeld aus gro\u00dfen Granitbl\u00f6cken mitten im Wald. Einst soll sich hier eine Jungfrau versteckt haben, die man wegen eines verschm\u00e4hten Liebhabers der Hexerei bezichtigte. In der Nacht wurde sie auf eine geschw\u00e4chte W\u00f6lfin aufmerksam, die auf hartem Lager ihre Jungen zur Welt brachte. Die junge Frau polsterte das Lager mit Laub aus und gab der W\u00f6lfin Wasser, bis sie wieder zu Kr\u00e4ften gekommen war; als die W\u00f6lfin wieder stark genug war, um jagen zu k\u00f6nnen, h\u00fctete sie ihre Jungen. Als der Graf, dem sie zuvor entkommen war, sie an den Wolfsklippen entdeckte, wurde sie selbst von der W\u00f6lfin besch\u00fctzt; anschlie\u00dfend ging sie zu Verwandten nach Wernigerode, bei denen sie bleiben konnte. (1) Ein Aussichtsturm aus Metall, errichtet 1901, steht noch am oberen Ende der Wolfsklippen im dichten Fichtenwald. Einst mu\u00df man hier eine gute Aussicht auf die Umgebung gehabt haben, heute allerdings sind die B\u00e4ume hochgewachsen, und man sieht \u00fcber die Wipfel nicht mehr hinaus. <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/waldesleuchten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Flechten.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/waldesleuchten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Flechten.jpg\" alt=\"Flechten\" width=\"225\" height=\"300\" class=\"alignright size-full wp-image-2094\" \/><\/a>Nachdem ich ausgiebig auf den Wolfsklippen herumgeturnt bin, um sie ganz zu erkunden, gehe ich noch ein kurzes St\u00fcck durch den Fichtenwald. Dann aber \u00f6ffnet sich der Wald zu einem weiten Blick \u00fcber die Harzfl\u00e4che s\u00fcdlich von Ilsenburg. Ich bin ganz alleine hier oben, und die Landschaft mit ihrem kargen, \u00f6den und felsigen Charakter greift tief in mein Herz. Hier oben stehen, einen so weiten Blick \u00fcber waldbestandene H\u00fcgel und T\u00e4ler, \u00fcber felsige Fl\u00e4chen in den Braunt\u00f6nen ihrer Gras- und Heidelandschaft genie\u00dfen: das ist Sehnsucht nach der Weite und \u00d6de, gepaart mit einem leicht melancholischem Unterton, der aus den einsamen W\u00e4ldern steigt \u2013 das ist Gl\u00fcck, so intensiv empfunden, da\u00df mein Herz beinahe springt. Vielleicht ist es doch wahr, da\u00df einem die Landschaft tief im Blut liegt, wenn die eigenen Vorfahren aus Berg- und Mittelgebirgslandschaft stammen, vielleicht ist es aber auch eine allgemein menschliche Sehnsucht nach Weite und urspr\u00fcnglicher Natur.<br \/>\n<div id=\"attachment_2093\" style=\"width: 642px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/waldesleuchten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Blick-von-den-Weissen-Steinen.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-2093\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/waldesleuchten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Blick-von-den-Weissen-Steinen.jpg\" alt=\"Blick von den Weissen Steinen\" width=\"632\" height=\"406\" class=\"size-full wp-image-2093\" srcset=\"https:\/\/waldesleuchten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Blick-von-den-Weissen-Steinen.jpg 632w, https:\/\/waldesleuchten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Blick-von-den-Weissen-Steinen-300x192.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 632px) 100vw, 632px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2093\" class=\"wp-caption-text\">Blick von den Weissen Steinen<\/p><\/div> An den Felsfeldern der Wei\u00dfen Steine entdecke ich achtf\u00f6rmigen Flechtenbewuchs, und noch einige Zeit bleibt mir der oben beschriebene wundervolle Blick erhalten, dann erreiche ich den Ferdinandsstein. Hier soll einst der letzte wildlebende Harzwolf am 23. M\u00e4rz 1798 von Graf Ferdinand zu Stolberg-Wernigerode erlegt worden sein. (2) Auf faszinierende Weise scheint hinter einer schmalen Fichtenreihe die Sonne auf eine mit Felsbrocken durchsetzte \u00d6dfl\u00e4che, bringt ihren Bl\u00fctenbewuchs, vor allem <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fuchssches_Greiskraut\" target=\"_blank\">Fuchssches Greiskraut<\/a>, zu einem goldenen Glanz. Wie sch\u00f6n ist es hier oben! Nur schwer rei\u00dfe ich mich von diesem Anblick los, steige \u00fcber den Schindelstieg bis zur n\u00e4chstgr\u00f6\u00dferen Forststra\u00dfe hinunter und folge der Forststra\u00dfe nun wieder bergan, bis ich die Wegspinne des Molkenhaussterns erreiche.<br \/>\n<div id=\"attachment_2089\" style=\"width: 642px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/waldesleuchten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Am-Ferdinandsstein.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-2089\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/waldesleuchten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Am-Ferdinandsstein.jpg\" alt=\"Am Ferdinandsstein\" width=\"632\" height=\"458\" class=\"size-full wp-image-2089\" srcset=\"https:\/\/waldesleuchten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Am-Ferdinandsstein.jpg 632w, https:\/\/waldesleuchten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Am-Ferdinandsstein-300x217.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 632px) 100vw, 632px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2089\" class=\"wp-caption-text\">Am Ferdinandsstein<\/p><\/div><\/p>\n<p>Durch sonnenbeschienen Waldweg, mit Fichtennadeln bedeckt, gelange ich von hier aus zu den Granitbl\u00f6cken zun\u00e4chst der Unteren, dann der Oberen Zeterklippen. R\u00f6tlich gef\u00e4rbtes Heidelbeerkraut bedeckt die niedrigeren Felsbl\u00f6cke, an den Zweigen leuchten die reifen blauen Beeren. Imposant erheben sich insbesondere die Oberen Zeterklippen wie kleine Felst\u00fcrme in der kargen Landschaft. Man ist hier dem Brocken ganz nah, hat einen vollen Blick auf seine Erhebung, und vielleicht ist es kein Zufall, da\u00df gerade hier dunkle Regenwolken aufziehen, als h\u00e4tte sie der Brocken selbst herbeigerufen. Wettergebeugte Fichten halten sich wacker zwischen den Felsen; am Brocken selbst zeigen sich gro\u00dfe Felder abgestorbener B\u00e4ume.<br \/>\n<div id=\"attachment_2090\" style=\"width: 642px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/waldesleuchten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/An-den-Oberen-Zeterklippen.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-2090\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/waldesleuchten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/An-den-Oberen-Zeterklippen.jpg\" alt=\"An den Oberen Zeterklippen\" width=\"632\" height=\"428\" class=\"size-full wp-image-2090\" srcset=\"https:\/\/waldesleuchten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/An-den-Oberen-Zeterklippen.jpg 632w, https:\/\/waldesleuchten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/An-den-Oberen-Zeterklippen-300x203.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 632px) 100vw, 632px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2090\" class=\"wp-caption-text\">An den Oberen Zeterklippen<\/p><\/div><\/p>\n<p>Schon bald nachdem ich die Zeterklippen verlassen habe und zum Gelben Brink hinuntersteige, zeigt sich die Sonne wieder, die Wolken sind verflogen. Wirklich ein Brockenph\u00e4nomen? Mittlerweile ist es schon Nachmittag, und vom Bahnhof Steinerne Renne bin ich weit entfernt, die Landschaft hatte mich durch einen wunderbaren Ausblick, eine faszinierende Felsformation nach der n\u00e4chsten immer weiter und eigentlich schon jetzt viel zu weit fortgelockt. Eigentlich hatte ich von hier aus ein kurzes St\u00fcck auf dem Glash\u00fcttenweg wandern und bald nach rechts  \u00fcber den H\u00f6llenstieg zur Molkenhausstra\u00dfe und zum Gasthaus Steinerne Renne abbiegen wollen, das w\u00e4re ohnehin noch ein gutes St\u00fcck zu gehen gewesen. Doch nun mache ich einen entscheidenden Fehler: ich halte den mit einer dicken dunkelroten Linie in die Karte eingezeichneten Glash\u00fcttenweg f\u00fcr die Asphaltstra\u00dfe, die von dieser Weggabel aus wegf\u00fchrt. Jedoch sollte die dicke Markierung nur darauf hinweisen, da\u00df es sich hierbei um einen Hauptwanderweg handelt, besagt jedoch nichts \u00fcber die Qualit\u00e4t des Weges. Man sollte rechtzeitig die Legende einer Karte lesen\u2026<\/p>\n<p><div id=\"attachment_2135\" style=\"width: 235px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/waldesleuchten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Ahrensklint.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-2135\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/waldesleuchten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Ahrensklint.jpg\" alt=\"Ahrensklint\" width=\"225\" height=\"300\" class=\"size-full wp-image-2135\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2135\" class=\"wp-caption-text\">Ahrensklint<\/p><\/div>So nehme ich also guten Glaubens die Asphaltstra\u00dfe (ich habe keinen Kompa\u00df dabei) und wundere mich allenfalls, da\u00df der Abzweig nicht kommt, den ich so gerne Richtung Steinerne Renne hatte nehmen wollen. Vielleicht sp\u00e4ter\u2026 auf einmal taucht ein Schild auf, Bahnhof Schierke, 2 km. Moment! Schierke! Das konnte nicht stimmen, jetzt mu\u00dfte es selbst mir auffallen, da\u00df ich falsch gegangen war. Ich gehe noch eine Kurve weiter, dann stehe ich vor den Gleisen der Brockenbahn. Na fein! Jetzt war der Weg zur\u00fcck erst richtig weit geworden. Aber was hilfts, nun mu\u00df ich da eben durch. Ich studiere wieder meine Karte, diesmal intensiver, und nehme den Weg parallel zu den Gleisen nach S\u00fcdosten, bis der Pfaffenstieg zu den Felsen des Ahrensklint ansteigt. Eine Hinweistafel erkl\u00e4rt: <em>&#8222;Der Ahrensklint war unter der Bezeichnung &#8222;Arneklint&#8220; (Adlerfels) die \u00e4lteste Bezeichnung eines Forstortes im Schierker Gebiet. Vor 1411 geh\u00f6rte er der Werniger\u00f6der B\u00fcrgergemeinde. Am 28.1.1411 tauschte der Graf zu Stolberg Wernigerode den Forstort aus, um sein Wald- und Jagdgebiet abzurunden. Von da an z\u00e4hlte der Ahrensklint zum gr\u00e4flichen Forst und wurde Schauplatz repr\u00e4sentativer Gesellschaftsjagden der feudalen Harzgrafen. Heute ist der Ahrensklint ein beliebter Aussichtspunkt, der von zahlreichen G\u00e4sten besucht und bestiegen wird. Betreten auf eigene Gefahr!&#8220;<\/em> (Wer h\u00e4tte letzteres gedacht\u2026) <\/p>\n<p>Noch ein St\u00fcck geht es bergan, dann habe ich den Glash\u00fcttenweg \u2013 diesmal den richtigen! \u2013 erreicht. Als idyllisch schmaler Pfad f\u00fchrt er mich nach Osten bis zur Spinne. Was soll\u2019s, denke ich mir, jetzt wird es sowieso sp\u00e4t werden \u2013 und nehme noch den Abstecher zu den Leistenklippen mit. Stellenweise ist der Pfad zu einem Bohlenweg ausgebaut, und herrlich ist der Blick aus der H\u00f6he in der Abendsonne. An den <a href=\"http:\/\/www.harzlife.de\/tip\/hohnekamm-hohneklippen.html\">Hohneklippen<\/a> vorbei steige ich wieder hinunter zum Glash\u00fcttenweg und stehe direkt vor dem <a href=\"http:\/\/www.harzlife.de\/extra\/trudenstein.html\" target=\"_blank\">Trudenstein<\/a>. Auch dieser Granitblock ist begehbar, und erneut erklimme ich einen Aussichtspunkt \u00fcber die nunmehr schon abendliche Harzlandschaft.<br \/>\n<div id=\"attachment_2091\" style=\"width: 642px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/waldesleuchten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Blick-auf-den-Hohnekamm.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-2091\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/waldesleuchten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Blick-auf-den-Hohnekamm.jpg\" alt=\"Blick auf den Hohnekamm\" width=\"632\" height=\"439\" class=\"size-full wp-image-2091\" srcset=\"https:\/\/waldesleuchten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Blick-auf-den-Hohnekamm.jpg 632w, https:\/\/waldesleuchten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Blick-auf-den-Hohnekamm-300x208.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 632px) 100vw, 632px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2091\" class=\"wp-caption-text\">Blick auf den Hohnekamm<\/p><\/div><\/p>\n<p>Wenig sp\u00e4ter zweigt ein Waldweg in n\u00f6rdliche Richtung ab, ihm folge ich bis zur Eschwegestra\u00dfe. Auf breitem Schotterweg, der tags\u00fcber auch hin und wieder von Bussen befahren wird, wandere ich durch den Abend immer geradeaus. Einen Abzweig zu den Ottofelsen, meinem urspr\u00fcnglichen Ziel, beachte ich nicht, es ist schon viel zu sp\u00e4t geworden, es d\u00e4mmert schon, und ich mu\u00df zur\u00fcck \u2013 ich habe nichts dabei, was f\u00fcr ein \u00dcbernachten drau\u00dfen geeignet w\u00e4re, keinen Schlafsack, keine Decke, nicht einmal einen Pullover oder eine lange Hose. Vorbei an einem Forsthaus erreiche ich gegen 21 Uhr das Gasthaus Steinerne Renne. Die D\u00e4mmerung wird durch die Nacht abgel\u00f6st, Dunkelheit bricht herein. Im letzten Licht werfe ich noch einen Blick auf die Karte, pr\u00e4ge mir den Weg ein, dann ist sie nicht mehr lesbar, und ich habe auch weder Taschenlampe noch Streichh\u00f6lzer bei mir, genausowenig ein Feuerzeug. Ein etwas schmalerer, nicht befahrbarer Weg f\u00fchrt am Gasthaus vorbei in den Wald hinein, und ich hoffe, da\u00df ich den richtigen Weg  gew\u00e4hlt habe. Bald trifft er auf eine befahrbare Schotterstra\u00dfe, der ich bergab folge. Nach rechts zweigt ein schmaler Pfad ab, aber die Wegtafel ist in der Dunkelheit nicht zu lesen, ich bleibe also auf der Stra\u00dfe. Wenigstens ist der Stra\u00dfenschotter ein wenig heller, sticht aus der dunklen Umgebung hervor. Eigentlich ist es sch\u00f6n, in dieser lauen Sommernacht hier zu gehen, wenn nicht irgendwo die Angst versteckt w\u00e4re, schon die n\u00e4chste Biegung k\u00f6nnte einen Wendepunkt in die falsche Richtung darstellen. Solange ich die Lichter von Wenigerode hin und wieder durch die B\u00e4ume schimmern sehe, ist alles gut. Und ich habe Gl\u00fcck: ich bin auf der Bielsteinchaussee gelandet, die mich mit leichtem Gef\u00e4lle sanft den Berg hinunterleitet bis zum Parkplatz am Bahnhof Steinerne Renne. Ein wenig erleichtert bin ich schon, als ich gl\u00fccklich nach 12 \u00bd Stunden Wanderzeit um 22:30 Uhr unten angelangt bin. Nach Magdeburg, wie urspr\u00fcnglich geplant, fahre ich an diesem Abend nicht mehr, sondern \u00fcbernachte in Bad Harzburg \u2013 ich hatte mir eine halbe Woche Urlaub genommen. Was f\u00fcr ein Tag, aber trotz aller M\u00fche doch voller herrlichster Naturbilder! An sich w\u00e4re die zur\u00fcckgelegte Wegstrecke allerdings eher als Wochenendfahrt denn als Tageswanderung zu empfehlen.<\/p>\n<div id=\"attachment_2132\" style=\"width: 642px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/waldesleuchten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Blick-vom-Trudenstein.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-2132\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/waldesleuchten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Blick-vom-Trudenstein.jpg\" alt=\"Blick vom Trudenstein\" width=\"632\" height=\"442\" class=\"size-full wp-image-2132\" srcset=\"https:\/\/waldesleuchten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Blick-vom-Trudenstein.jpg 632w, https:\/\/waldesleuchten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Blick-vom-Trudenstein-300x209.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 632px) 100vw, 632px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2132\" class=\"wp-caption-text\">Blick vom Trudenstein<\/p><\/div>\n<p><\/font><\/p>\n<p><font face=\"Arial,Helvetica,Geneva,Swiss,SunSans-Regular\" size=\"1\"><br \/>\n(1) http:\/\/alpharanma.beepworld.de\/wolfsklippen.htm, abgerufen am 21.03.2012<br \/>\n(2) vgl. http:\/\/www.harzer-wandernadel.de\/home\/stempelstellen_details.php?id=16, abgerufen am 21.03.2012 und http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ferdinandsstein, abgerufen am 21.03.2012<\/font><br \/>\n<font face=\"Arial,Helvetica,Geneva,Swiss,SunSans-Regular\" size=\"2\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>09.08.2012 \u2013 Um 10 Uhr vormittags gehe ich vom Parkplatz am Bahnhof Steinerne Renne los. Eine Tageswanderung ist angesagt, in der sommerlichen W\u00e4rme trage ich kurze Hose und T-Shirt, dabei habe ich nur eine Regenjacke, Getr\u00e4nke und Vesper f\u00fcr den &hellip; <a href=\"https:\/\/waldesleuchten.de\/?p=2085\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":2123,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[118,1],"tags":[488,473,467,493,68,466,478,480,485,486,468,479,491,490,476,489,481,472,470,483,474,469,465,487,492,482,477,471,475,484],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/waldesleuchten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2085"}],"collection":[{"href":"https:\/\/waldesleuchten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/waldesleuchten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/waldesleuchten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/waldesleuchten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2085"}],"version-history":[{"count":40,"href":"https:\/\/waldesleuchten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2085\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4569,"href":"https:\/\/waldesleuchten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2085\/revisions\/4569"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/waldesleuchten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/2123"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/waldesleuchten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2085"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/waldesleuchten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2085"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/waldesleuchten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2085"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}