{"id":2195,"date":"2013-03-25T10:54:07","date_gmt":"2013-03-25T10:54:07","guid":{"rendered":"http:\/\/waldesleuchten.de\/?p=2195"},"modified":"2018-05-23T18:15:47","modified_gmt":"2018-05-23T18:15:47","slug":"groser-knollen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/waldesleuchten.de\/?p=2195","title":{"rendered":"Gro\u00dfer Knollen"},"content":{"rendered":"<p><font face=\"Arial,Helvetica,Geneva,Swiss,SunSans-Regular\" size=\"2\"><div id=\"attachment_2200\" style=\"width: 235px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/waldesleuchten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/An-der-Steinkirche.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-2200\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/waldesleuchten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/An-der-Steinkirche.jpg\" alt=\"An der Steinkirche\" width=\"225\" height=\"300\" class=\"size-full wp-image-2200\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2200\" class=\"wp-caption-text\">An der Steinkirche<\/p><\/div> 02.09.2012 \u2013 Der S\u00fcdharz hat mich wieder \u2013 insbesondere die botanischen Besonderheiten am Steinberg bei Scharzfeld haben mich bewogen, in die Gegend unserer Karstfahrt f\u00fcr eine Tageswanderung zur\u00fcckzukehren. Diesmal gehe ich vom Parkplatz an der Einhornh\u00f6hle los, wandere am n\u00f6rdlichen Rand des Parkplatzes nach links, dann leicht ansteigend und wieder nach Westen abbiegend durch den Wald. Nach einem kleineren Abstieg komme ich auf eine Forststra\u00dfe parallel zum Bach Bremke, die zum Ort Scharzfeld hinf\u00fchrt; hier passiere ich einen Rast- und Spielplatz mit Wassertretbecken. Nach der Bachquerung f\u00fchrt wieder ein Pfad nach Westen hinauf in den Wald, dann geht es in s\u00fcdwestlicher und s\u00fcdlicher Richtung durch den Wald zum Naturschutzgebiet Steinberg. Kurz vor dem dort befindlichen Turnvater-Jahn-Denkmal \u00f6ffnet sich der Wald und geht in Wiesengel\u00e4nde \u00fcber. Am heutigen Tag ist ein Teil des Steinbergs als Schafkoppel abgez\u00e4unt; am Denkmal haben sich zahlreiche Schafe unter dem Schatten dreier Birken zum Vormittagsschlaf versammelt. Auf dem Steinberg fanden seit den 50er Jahren bis 1988 Kinderturnfeste statt; diese Tradition endete mit der Ausrufung als Naturschutzgebiet. (1)<!--more--><\/p>\n<p>Natternkopf und Dornige Hauhechel sind mittlerweile verbl\u00fcht und haben Samen angesetzt, auch das Taubenschw\u00e4nzchen ist nicht mehr zu entdecken. Daf\u00fcr finde ich eine mir nicht bekannte Enzianart. \u00dcber den Steinberg geht es abw\u00e4rts zur Steinkirche. Diesmal habe ich Mu\u00dfe, mir die Informationstafel an der Steinkirche genauer anzusehen. Sie besagt, dass die Steinkirche vor etwa 1000 Jahren von einer nat\u00fcrlichen Klufth\u00f6hle durch Abtragungen des Dolomitfelsens in eine fr\u00fchchristliche Kirche umgewandelt wurde, die wohl durch ein Holztor verschlie\u00dfbar war. Kanzel, Altar und Weihwasserbecken sind heute noch zu sehen.<\/p>\n<p>Die besondere kulturgeschichtliche Bedeutung ist jedoch auf Erkenntnisse aus Ausgrabungen zur\u00fcckzuf\u00fchren, die zwischen 1925 und 1937 vorgenommen wurden. 1926 wurde erstmalig ein etwa 15 000 Jahre alter Rastplatz von Rentierj\u00e4gern entdeckt; man Bratplatten, Steinger\u00e4te aus Feuerstein, Teile einer N\u00e4hnadel aus Knochen sowie Knochen und Geweihe von Rentieren. Auch in der mittleren Steinzeit (zwischen 8000 und 5000 v. Chr.) sowie der vorr\u00f6mischen Eisenzeit (5. \u2013 1. Jh. v. Chr.) soll der Platz von J\u00e4gergruppen als Rastplatz genutzt worden sein. (2)<\/p>\n<p>Durch das M\u00f6nchetal zuerst \u00fcber Wiesen f\u00fchrt der Weg mit nur leichtem Anstieg zum Waldrand, wo sich ein Fliegerdenkmal f\u00fcr die am 30.07.1937 verungl\u00fcckten Olympiaflieger Josef Windsor und Vladislav N\u011bme\u010dek aus Olm\u00fctz befindet.<\/p>\n<p><div id=\"attachment_2201\" style=\"width: 235px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/waldesleuchten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Knollenbaude.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-2201\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/waldesleuchten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Knollenbaude.jpg\" alt=\"Knollenbaude\" width=\"225\" height=\"300\" class=\"size-full wp-image-2201\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2201\" class=\"wp-caption-text\">Knollenbaude<\/p><\/div>Dann f\u00fchrt mich der Weg mal st\u00e4rker, mal weniger stark ansteigend in nord\u00f6stlicher Richtung hinauf zum Gro\u00dfen Knollen mit der <a href=\"http:\/\/www.grosserknollen.de\/dbaude.htm\" target=\"_blank\">Knollenbaude<\/a> und dem Knollenturm. Im Gipfelbereich ist die Weglage etwas verwirrend; im Gegensatz zu weiter unten liegenden Wegspinnen ist hier keine Markierung mehr vorhanden, die auf den Gipfel des Knollens und die Knollenbaude hindeutet; daf\u00fcr aber reiht sich eine Wegkreuzung dicht an die andere \u2013 offenbar will man dort nur solche G\u00e4ste sehen, die einen gewissen Orientierungssinn bewiesen haben. Ich entscheide mich daf\u00fcr, immer den Weg zu nehmen, der am steilsten bergan f\u00fchrt, stehe auf diese Weise bald wirklich vor der Knollenbaude und genie\u00dfe den Blick \u00fcber den Harz und sein s\u00fcdliches Vorland.<\/p>\n<p>Steil bergab f\u00fchrt zun\u00e4chst der Pfad zur\u00fcck, dann wechseln schmale Pfade mit breiten Forststra\u00dfen ab. Und wie schon vor Jahren, als ich hier das erste Mal, damals mit Hund, unterwegs war, stellt sich bald dieselbe Beklemmung ein, wie ich sie sonst im Wald nirgendwo jemals gekannt habe. Die W\u00e4lder hier oben sind einsam, aber das ist es nicht, viel zu oft bin ich schon allein in ebenfalls einsamen W\u00e4ldern ohne dasselbe Gef\u00fchl unterwegs gewesen. Ich kann es mir nicht erkl\u00e4ren, woher es kommt, woher die beklemmend dunklen Gedanken kommen, die mich beim Abstieg wie eine Warnung begleiten. Auch vor Jahren schon ist es so gewesen; meine Mutter und meine Schwester haben \u00c4hnliches berichtet. Vorbei an der Alfons-Kanefke-H\u00fctte und dem Schweineplatz steige ich daher z\u00fcgig abw\u00e4rts. Ein schmaler Pfad f\u00fchrt durch dichten Unterwuchs schlie\u00dflich zun\u00e4chst zum Frauenstein, dann weiter zur Ruine Scharzfels. Der Frauenstein ist ein Dolomitfelsen, der in fr\u00fcheren Zeiten als Ausguck gedient hatte; im Zuge des Siebenj\u00e4hrigen Kriegs wurden um ihn herum gemauerte Anlagen errichtet. Am 25. 09. 1761 mu\u00dfte Burg Scharzfels kapitulieren, nur wenig sp\u00e4ter, am 29.09. 1761, wurden sowohl Burg Scharzfels als auch die Anlagen um den Frauenstein von den siegreichen franz\u00f6sischen Truppen geschleift und durch Sprengung vernichtet. (3)<\/p>\n<p>Als ich Burg Scharzfels erreiche, l\u00f6st sich die beklemmende Stimmung, freundlich liegen die Burgruinen im Abendlicht da. Man hat sich sehr viel M\u00fche gemacht, alle noch sichtbaren Teile der Burg sind mit neuen Informationstafeln versehen und verdeutlichen ihr fr\u00fcheres Aussehen, ihre Nutzung und Bedeutung. Die Burg war erstmals 1131 urkundlich erw\u00e4hnt worden; im 17. und 18. Jahrhundert dient sie teilweise als Staatsgef\u00e4ngnis. (4)<\/p>\n<p>Auch eine Sage rankt sich um Burg Scharzfels \u2013 sie soll in fr\u00fcheren Zeiten von einem <a href=\"http:\/\/www.mystic-culture.de\/burgen\/schwarzfels\/schwarzfels-sage.html\" target=\"_blank\">Hausgeist<\/a> bewohnt worden sein, der den Bewohnern wohlgesonnen war, aber nach Sch\u00e4ndung der Burgherrin durch den Kaiser unter Beihilfe eines M\u00f6nchs die D\u00e4cher der Burg zerst\u00f6rte und nie wieder ein Dach auf der Burg akzeptierte.  <\/p>\n<p>Wieder geht es steil bergab und steil bergauf bis zur Einhornh\u00f6hle. Eine nette Einrichtung an der Einhornh\u00f6hle ist vielleicht noch erw\u00e4hnenswert: f\u00fcr Kinder ist eine Sprunggrube angelegt, in der sie ihre eigene Sprungkraft mit der Sprungkraft von diversen Tierarten vergleichen k\u00f6nnen. So wird der Besucher dar\u00fcber informiert, da\u00df Rothirsche 10 Meter weit springen k\u00f6nnen,  Luchse 7 Meter weit , Wildschweine 4 Meter weit , Rehe 5 Meter  weit, Eichh\u00f6rnchen 4 Meter weit (immerhin das 20fache der eigenen K\u00f6rperl\u00e4nge), F\u00fcchse 3 Meter weit, Feldhasen 2,5 Meter weit, Springfr\u00f6sche 2 Meter weit (das 33fache der eigenen K\u00f6rperl\u00e4nge), Marder 1,8 Meter weit, Wiesel 1,2 Meter weit, Waldm\u00e4use 70 cm weit und Fl\u00f6he 60 cm weit (das 200fache der eigenen K\u00f6rperl\u00e4nge). Sicherlich Informationen, \u00fcber die man sich nie Gedanken macht! \u00dcber den an die Einhornh\u00f6hle anschlie\u00dfenden Baumartenpfad, der insbesondere Kindern die verschiedenen einheimischen Baumarten n\u00e4herbringen soll, erreiche ich in der D\u00e4mmerung wieder meinen Ausgangspunkt.<\/p>\n<p><div id=\"attachment_2202\" style=\"width: 642px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/waldesleuchten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Wald-an-der-Einhornh\u00f6hle.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-2202\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/waldesleuchten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Wald-an-der-Einhornh\u00f6hle.jpg\" alt=\"Wald an der Einhornh\u00f6hle\" width=\"632\" height=\"424\" class=\"size-full wp-image-2202\" srcset=\"https:\/\/waldesleuchten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Wald-an-der-Einhornh\u00f6hle.jpg 632w, https:\/\/waldesleuchten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Wald-an-der-Einhornh\u00f6hle-300x201.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 632px) 100vw, 632px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2202\" class=\"wp-caption-text\">Wald an der Einhornh\u00f6hle<\/p><\/div><\/font><\/p>\n<p><font face=\"Arial,Helvetica,Geneva,Swiss,SunSans-Regular\" size=\"1\"><br \/>\n(1) http:\/\/www.karstwanderweg.de\/tvj.htm, abgerufen am 25.03.2013<br \/>\n(2) Informationstafel an der Steinkirche<br \/>\n(3) Informationstafel am Frauenstein<br \/>\n(4) Informationstafel neben der Burgruine <\/font><br \/>\n<font face=\"Arial,Helvetica,Geneva,Swiss,SunSans-Regular\" size=\"2\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>02.09.2012 \u2013 Der S\u00fcdharz hat mich wieder \u2013 insbesondere die botanischen Besonderheiten am Steinberg bei Scharzfeld haben mich bewogen, in die Gegend unserer Karstfahrt f\u00fcr eine Tageswanderung zur\u00fcckzukehren. 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