{"id":2212,"date":"2013-03-25T13:35:58","date_gmt":"2013-03-25T13:35:58","guid":{"rendered":"http:\/\/waldesleuchten.de\/?p=2212"},"modified":"2018-05-23T18:15:54","modified_gmt":"2018-05-23T18:15:54","slug":"konigshutte-rubeland-elbingerode","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/waldesleuchten.de\/?p=2212","title":{"rendered":"K\u00f6nigsh\u00fctte &#8211; R\u00fcbeland &#8211; Elbingerode"},"content":{"rendered":"<p><font face=\"Arial,Helvetica,Geneva,Swiss,SunSans-Regular\" size=\"2\"><div id=\"attachment_2218\" style=\"width: 235px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/waldesleuchten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Warme-Bode.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-2218\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/waldesleuchten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Warme-Bode.jpg\" alt=\"Warme Bode\" width=\"225\" height=\"300\" class=\"size-full wp-image-2218\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2218\" class=\"wp-caption-text\">Warme Bode<\/p><\/div> 09.09.2012 \u2013 An diesem Septembermorgen beginnen wir unsere Wanderung am Parkplatz s\u00fcdlich von <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/K%C3%B6nigsh%C3%BCtte_(Harz)\" target=\"_blank\">K\u00f6nigsh\u00fctte<\/a>. \u00dcber eine Br\u00fccke queren wir die Warme Bode und steigen \u00fcber einen grasigen, mit lichten Baumgruppen bewachsenen Hang hinauf zur Ruine der K\u00f6nigsburg. Teile des Bergfrieds sind erhalten, Burggraben und Burgwall wurden wiederhergestellt. Auf einer Infotafel erf\u00e4hrt man:<br \/>\n<em>&#8222;Der K\u00f6nigshof auf Bodfeld ist gewiss der geschichtstr\u00e4chtigste Ort im Harz. Hier waren die deutschen Kaiser und K\u00f6nige vom Jahr 916 \u2013 1056 vertreten. Anhand von Urkunden kann davon ausgegangen werden, dass sich der Kaiser Otto I. dreimal, die Kaiser Otto II. und Otto IV. viermal und Kaiser Heinrich III. f\u00fcnfmal auf Bodfeld aufgehalten haben. Die gr\u00f6\u00dfte Bedeutung erlangte Bodfeld als Kaiserpfalz unter dem m\u00e4chtigen Kaiser Heinrich III. von 1034 \u2013 1056. Er erkrankte hier und verstarb nach 7-t\u00e4gigem Krankenlager am 5. Oktober 1056 im Beisein des Papstes Viktor II. Ab diesem Zeitpunkt wird die Jagdpfalz Bodfeld von den deutschen Kaisern nicht mehr erw\u00e4hnt.&#8220;<\/em><br \/>\nSp\u00e4ter ging die Jagdpfalz in den Besitz des Bischofs von Halberstadt \u00fcber, der sie zu einer festen Burg ausbauen lie\u00df. Bewohnt war sie noch bis zum Jahr 1518, dann verfiel sie zusehends. Etwa ab 1709 sprach man von der \u201eRuine K\u00f6nigsburg\u201c. Von 1897 bis 1901 wurde sie in Ausgrabungen freigelegt. (1)<!--more--><\/p>\n<div id=\"attachment_2215\" style=\"width: 642px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/waldesleuchten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/An-der-Koenigsburg.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-2215\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/waldesleuchten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/An-der-Koenigsburg.jpg\" alt=\"An der Koenigsburg\" width=\"632\" height=\"424\" class=\"size-full wp-image-2215\" srcset=\"https:\/\/waldesleuchten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/An-der-Koenigsburg.jpg 632w, https:\/\/waldesleuchten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/An-der-Koenigsburg-300x201.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 632px) 100vw, 632px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2215\" class=\"wp-caption-text\">An der K\u00f6nigsburg<\/p><\/div>\n<p>Jemand hat mit dicker schwarzer Eddingfarbe \u201eKeine Reise wert!\u201c auf der Infotafel notiert, dessen ungeachtet ist die Ruine eine wundersch\u00f6ne Stelle im Wald, die zumindest ich jederzeit gerne erneut aufsuchen w\u00fcrde. Durch lichten Wald wandern wir hinunter zur \u00dcberleitungssperre, auch Talsperre <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Talsperre_K%C3%B6nigsh%C3%BCtte\" target=\"_blank\">K\u00f6nigsh\u00fctte<\/a> genannt, und wandern parallel zu ihr durch den Wald bis zur Staumauer. Die heutige Staumauer befindet sich nahe der Stelle, an der einst die <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Trogfurter_Br%C3%BCcke\" target=\"_blank\">Gro\u00dfe Trogfurter Br\u00fccke<\/a> \u00fcber die Bode f\u00fchrte. Ihr Name stammt von der gro\u00dfen Handels- und Heerstra\u00dfe, dem Trockweg, der an dieser Stelle einst die Bode querte, zun\u00e4chst als Furt, dann in Form von Holzbr\u00fccken. Mitte des 18. Jahrhunderts wurde eine steinerne Br\u00fccke \u00fcber die Bode gebaut, die jedoch im April 1945 von der SS gesprengt wurde. Noch im selben Jahr baute man eine neue Br\u00fccke \u00fcber die Bode; diese jedoch wurde 1956 vom Stausee geflutet. (2)<\/p>\n<p>Jedoch wird der Br\u00fcckenbau auch von einer Sage umrankt: einst soll ein armes M\u00e4dchen beim heimlichen Erbsenpfl\u00fccken auf den Feldern eines reichen Oberkommissarius entdeckt und niedergeritten worden sein. Der Geist des M\u00e4dchens aber stattete in der Nacht nach der Beisetzung der Leiche dem Pfarrer zu Elbingerode einen Besuch ab und erz\u00e4hlte vom wahren Vorgang: man solle die Leiche nochmals ausgraben, der Schuldige w\u00fcrde sich, sollte er leugnen, durch drei Blutstropfen, die ihm aus der Nase fielen, verraten. Und wirklich kam es so; jedoch konnte sich der Oberkommissarius vom Tod durch den Strang durch Zahlung einer gro\u00dfen Summe freikaufen. Mit diesem Blutgeld soll die Trogfurter Br\u00fccke gebaut worden sein. (3)<\/p>\n<p>Von der Staumauer hat man einen wundersch\u00f6nen Blick \u00fcber die Talsperre, dann wandern wir weiter durch den Wald nach <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/R%C3%BCbeland\" target=\"_blank\">R\u00fcbeland<\/a>. Vom Aussichtspavillion Hoher Kneef blicken wir auf die Stadt, die vor allem durch ihre beiden Tropfsteinh\u00f6hlen, die <a href=\"http:\/\/www.harzer-hoehlen.de\/texte\/seite.php?id=9056\" target=\"_blank\">Baumanns-<\/a> und die Hermannsh\u00f6hle, touristisch bekannt ist. Die Baumannsh\u00f6hle hat selbst Goethe schon besichtigt; hier finden heute hin und wieder Theaterauff\u00fchrungen statt. Die <a href=\"http:\/\/www.harzer-hoehlen.de\/texte\/seite.php?id=9062\" target=\"_blank\">Hermannsh\u00f6hle<\/a> ist besonders durch einen unterirdischen See gekennzeichnet, in dem <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Grottenolm\" target=\"_blank\">Grottenolme<\/a> leben &#8211; in Deutschland die einzige Stelle. (4)<\/p>\n<div id=\"attachment_2216\" style=\"width: 642px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/waldesleuchten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Blick-auf-Ruebeland.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-2216\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/waldesleuchten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Blick-auf-Ruebeland.jpg\" alt=\"Blick auf Ruebeland\" width=\"632\" height=\"364\" class=\"size-full wp-image-2216\" srcset=\"https:\/\/waldesleuchten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Blick-auf-Ruebeland.jpg 632w, https:\/\/waldesleuchten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Blick-auf-Ruebeland-300x172.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 632px) 100vw, 632px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2216\" class=\"wp-caption-text\">Blick auf R\u00fcbeland<\/p><\/div>\n<p>Wir steigen den Hang auf steilem Pfad nach R\u00fcbeland hinunter, queren die Boden und steigen westlich der Baumannsh\u00f6hle auf der gegen\u00fcberliegenden Talseite wieder hinauf, nicht ohne den Blick auf R\u00fcbeland auch von der anderen Seite aus zu genie\u00dfen. Nun wandern wir \u00fcber weite Wiesenfl\u00e4chen geradewegs auf die Halden des Kalkwerks Kaltes Tal zu, das \u00f6stlich von Elbingerode gelegen ist. Insbesondere von S\u00fcden kommen, ist der Anblick eher wenig erfreulich; blickt man von  Norden auf die Halden, bietet sich wenigstens ein teilbegr\u00fcnter Anblick. Direkt an der Halde vorbei wandern wir bis zum n\u00e4chsten Waldrand, dann \u00fcber die Wiesen n\u00f6rdlich der Halde bis zum Galgenberg. Fasziniert betrachten wir die Flugk\u00fcnste einiger <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rotmilan\" target=\"_blank\">Rotmilane<\/a>, die hier \u00fcber uns kreisen.<\/p>\n<p>Der Galgenberg war fr\u00fcher Gerichtsst\u00e4tte f\u00fcr Elbingerode, das Pfingstgericht fand hier unter freiem Himmel statt. Die jungen B\u00fcrger wurden hier in Eid und Pflicht genommen, auch wurden die b\u00fcrgerlichen \u00c4mter hier verteilt. Ab dem 16. Jahrhundert stand hier der Elbinger\u00f6der Galgen (5). Noch bis 1761 soll der Galgenberg als Hinrichtungsst\u00e4tte genutzt worden sein. (6)<\/p>\n<div id=\"attachment_2217\" style=\"width: 642px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/waldesleuchten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Galgenberg.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-2217\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/waldesleuchten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Galgenberg.jpg\" alt=\"Galgenberg\" width=\"632\" height=\"288\" class=\"size-full wp-image-2217\" srcset=\"https:\/\/waldesleuchten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Galgenberg.jpg 632w, https:\/\/waldesleuchten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Galgenberg-300x136.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 632px) 100vw, 632px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2217\" class=\"wp-caption-text\">Galgenberg<\/p><\/div>\n<p>Auf dem &#8222;Weg der Kaiser und K\u00f6nige&#8220; wandern wir nach <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Elbingerode_(Harz)\" target=\"_blank\">Elbingerode<\/a> hinein und vorbei an der Ruine des <a href=\"http:\/\/www.burgen.ausflugsziele-harz.de\/ausflugsziele-sehenswertes\/burg-schloss\/schloss-elbingerode.htm\" target=\"_blank\">Schlosses Elbingerode<\/a>, das 1753 durch einen Gro\u00dfbrand zerst\u00f6rt wurde, in s\u00fcdlicher Richtung auch wieder hinaus. Eine breite, geschotterte Wirtschaftsstra\u00dfe f\u00fchrt nun lange Zeit am Gel\u00e4nde des <a href=\"http:\/\/www.bergbau-zeitschrift.de\/zeitung07\/07-07-302-306.pdf\" target=\"_blank\">Tagebaus Elbingerode<\/a> vorbei, mitunter m\u00fcssen wir schweren Fahrzeugen aus dem Weg gehen und werden dennoch von Staubwolken eingeh\u00fcllt. Endlich haben wir wieder den Waldrand erreicht; zun\u00e4chst auf breitem Forstweg, dann auf schmalem Waldpfad wandern wir weiter und erreichen die W\u00fcstung der <a href=\"http:\/\/www.ausflugsziele-harz.de\/ausflugsziele-sehenswertes\/kirche-kloster-dom\/elbingerode-ruine-andreaskirche.htm\" target=\"_blank\">St. Andreaskirche<\/a> mitten im Wald. Hier befand sich einst die Dorfst\u00e4tte L\u00fcttge Bodfeld; 1870 wurden die \u00dcberreste der Kirche ausgegraben (7). Viel sieht man nicht, im Wesentlichen nur einen von Pflanzen bewachsenen Wall (zumindest ist es das, was Laienaugen hier erkennen).<\/p>\n<p>Immer weiter bergab wandern wir, bis wir die \u00dcberleitungssperre erneut erreichen; parallel dazu, aber nicht am Ufer entlang, f\u00fchrt unser Weg uns bis zu den ersten H\u00e4usern von K\u00f6nigsh\u00fctte. Ein Wiesenpfad l\u00e4\u00dft uns zu einer schmalen Br\u00fccke \u00fcber die Bode finden. Nicht weit entfernt befindet sich der Bodezusammenflu\u00df, die Stelle, an der <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kalte_Bode\" target=\"_blank\">Kalte<\/a> und <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Warme_Bode\" target=\"_blank\">Warme Bode<\/a> ineinanderflie\u00dfen. Einer Hinweistafel zufolge soll die Kalte Bode, die im Brockenfeld entspringt, tats\u00e4chlich durchschnittlich zwei Grad k\u00e4lter sein als die Warme Bode, deren Quelle im Roten Bruch oberhalb von Braunlage liegt (8). Noch wenige Meter zu gehen, dann befinden wir uns wieder auf der Br\u00fccke \u00fcber die Warme Bode und erreichen rasch unserem Ausgangspunkt vom Morgen. In idyllischer Landschaft endet f\u00fcr mich so die letzte Harzwanderung des Jahres 2012. Der Rest des Herbstes verfliegt im Umzugsstre\u00df von Magdeburg zur\u00fcck nach M\u00fcnchen.<\/font><\/p>\n<p><font face=\"Arial,Helvetica,Geneva,Swiss,SunSans-Regular\" size=\"1\"><br \/>\n(1) Infotafel an der Ruine K\u00f6nigsburg<br \/>\n(2) Infotafel an der Staumauer<br \/>\n(3) Infotafel an der Staumauer<br \/>\n(4) Infotafel bei R\u00fcbeland<br \/>\n(5) Infotafel am Galgenberg<br \/>\n(6) http:\/\/www.wissenswertes.ausflugsziele-harz.de\/ausflugsziele-sehenswertes\/kultur-geschichte\/galgenberg-elbingerode.htm, abgerufen am 25.03.2013<br \/>\n(7) Infotafel am Standort<br \/>\n(8) Infotafel am Standort<br \/>\n<\/font><br \/>\n<font face=\"Arial,Helvetica,Geneva,Swiss,SunSans-Regular\" size=\"2\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>09.09.2012 \u2013 An diesem Septembermorgen beginnen wir unsere Wanderung am Parkplatz s\u00fcdlich von K\u00f6nigsh\u00fctte. \u00dcber eine Br\u00fccke queren wir die Warme Bode und steigen \u00fcber einen grasigen, mit lichten Baumgruppen bewachsenen Hang hinauf zur Ruine der K\u00f6nigsburg. 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