{"id":251,"date":"2011-07-24T08:20:08","date_gmt":"2011-07-24T08:20:08","guid":{"rendered":"http:\/\/waldesleuchten.de\/?p=251"},"modified":"2018-05-23T18:03:54","modified_gmt":"2018-05-23T18:03:54","slug":"wind-an-der-elbe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/waldesleuchten.de\/?p=251","title":{"rendered":"Wind an der Elbe"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/waldesleuchten.de\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Blume.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/waldesleuchten.de\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Blume.jpg\" alt=\"Blume mit blauen Bl\u00fcten und wei\u00dfem Stern im Zentrum\" title=\"unbekannte Blume\" width=\"225\" height=\"300\" class=\"alignright size-full wp-image-263\" \/><\/a><font face=\"Arial,Helvetica,Geneva,Swiss,SunSans-Regular\" size=\"2\">Die Elbauen bei Hohenwarthe sind ein ganz besonderes St\u00fcck Erde. W\u00e4hrend um Magdeburg die Elbauen besonders am Wochenende sehr \u00fcberlaufen sind, findet man hier die Ruhe, die man sucht, um Gedanken nachzuh\u00e4ngen, die Seele auszuruhen, turbulente innere Lagen zu befrieden.<!--more--><\/p>\n<p>Sie liegen so unendlich sch\u00f6n und friedlich ruhig im Abendlicht, die weiten Wiesen im Wind flutend wie ein kleines gr\u00fcnes Meer. Kein Autol\u00e4rm dringt hierher, keine von Menschen erzeugten Ger\u00e4usche. Der Weg an der Elbe ist nicht asphaltiert, nur ein Grasweg, eine freigem\u00e4hte Spur in den Wiesen. Ruhig zieht auch die Elbe nebenher nach Norden. Ab und zu steigt eine Lerche in den Himmel und f\u00fcgt ihr Lied ein in die Stille der Natur, selbst jetzt im Sommer. Kleine Singv\u00f6gel schl\u00fcpfen in den Weidenb\u00fcschen hin und her, ein Buchfink flattert vor mir her \u00fcber den Weg. Man kann hier nicht sehr weit gehen, nur eine Stunde bis zum kleinen Leuchtturm an der Einm\u00fcndung eines Kanals. Aber es sind doch zwei Stunden \u00fcberw\u00e4ltigenden Friedens. Der Blick \u00fcber die Weiten beinhaltet die Sehnsucht, sich nur noch in solchen Landschaften aufzuhalten, mit dem Wind um die Wette zu rennen oder mit den M\u00f6wen zu fliegen, die \u00fcber die Elbe ziehen. Sich ins wogende Gras zu legen und in den Himmel zu schauen, die Wolken ziehen zu sehen, nichts anderes im Kopf als die Freiheit, die ein unendlich scheinender freier Blick erzeugt.<br \/>\nSehnsucht nach Freiheit und Urspr\u00fcnglichkeit, nach einem Leben ohne die Hektik, die ein immer rasenderes Wirtschaftsleben von uns einfordert und nach und nach unsere Seelen zerst\u00f6rt.<\/p>\n<p>Denn auf dem Hinweg passen die Gedanken noch nicht zu der Landschaft, immer wieder wird der davon ausgehende Friede unterbrochen von Fetzen, die an anderes erinnern: das Gef\u00fchl von Abgespanntsein durch sehr viel Arbeit,  individuelle Entt\u00e4uschung und Bitterkeit, noch l\u00e4ngst nicht vollst\u00e4ndig verarbeitet, \u00fcber T\u00e4uschung, Doppelmoral und Fallengelassenwerden, die Frage nach dem \u201eWohin nun\u201c.<br \/>\nAber auch Gedanken an Dinge, die sich in der Welt abspielen. Das Massaker von Norwegen. Was bewegt einen Menschen, in ein fr\u00f6hliches Ferienlager von Jugendlichen einzudringen und einen Massenmord unter Kindern anzurichten? Wie harmlos sind Worte, von anderen ins Netz geschrieben, wirklich? Doch nicht nur Spielerei, Bierlaune, sondern ernstzunehmende, untersch\u00e4tzte Gefahr? <\/p>\n<p>Es ist, als f\u00fchre die Landschaft einen sanften Kampf gegen die Gedanken aus, die ihren Frieden immer wieder durchbrechen. Der Wind weht \u00fcber die Haut und beruhigt, alle Sinne werden eingebunden in diese Weite. Am Horizont weiden Schafe. Von ferne bellt ein Sch\u00e4ferhund, als er mich einsame Wanderin entdeckt. Vorne, am Waldrand, h\u00f6rte man im Fr\u00fchjahr die Rufe des Pirols, f\u00fcr mich ungewohnt und neu, denn ich habe noch nie nahe an einer Landschaft gewohnt, in der der Pirol sein Zuhause fand. Jetzt, im Sommer, ist der Waldrand still. Es bl\u00fcht Ehrenpreis und eine seltsame, blaulila Blume, die ich nicht kenne, mit einem wei\u00dfen Stern in der Mitte. Der Wei\u00dfdorn hat Fr\u00fcchte angesetzt. Die Fr\u00fcchte der Felsenkirsche sind schon reif, gl\u00e4nzen blauschwarz im Abendlicht. Ein letzter Blick an der Spitze der Landzunge, die in die Kanalm\u00fcndung reicht, dann geht es wieder zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Es tut gut, an der Elbe zu sitzen, die Gedanken vom Wind verwehen zu lassen, mitnehmen zu lassen vom Wasser, das ruhig nach Norden flie\u00dft. Der Wind weht st\u00e4rker, die Wolken ziehen, Formationen von Strahlen brechen durch sie hindurch und tauchen die Welt in einen F\u00e4cher aus Licht. Ein Kormoran fliegt vorbei. M\u00f6wen ziehen vor der Sonne her.<\/p>\n<p>Als ich aufstehe und zur\u00fcckgehe, sind die Gedanken verweht, f\u00fcllt mich Friede und Zuversicht. Die Welt ist sch\u00f6n! Und vielleicht sollten viel mehr Menschen viel \u00f6fter ein wenig Zeit finden, Naturstille auf sich wirken zu lassen \u2013 um Frieden f\u00fcr sich selbst zur\u00fcckzugewinnen.<br \/>\n<\/font><br \/>\n<div id=\"attachment_264\" style=\"width: 650px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/waldesleuchten.de\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/elbauen_gr.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-264\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/waldesleuchten.de\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/elbauen_gr.jpg\" alt=\"Elbauen bei Hohenwarthe\" title=\"Elbauen bei Hohenwarthe\" width=\"640\" height=\"480\" class=\"size-full wp-image-264\" srcset=\"https:\/\/waldesleuchten.de\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/elbauen_gr.jpg 640w, https:\/\/waldesleuchten.de\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/elbauen_gr-300x225.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-264\" class=\"wp-caption-text\">Elbauen bei Hohenwarthe<\/p><\/div><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Elbauen bei Hohenwarthe sind ein ganz besonderes St\u00fcck Erde. 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