{"id":490,"date":"2011-09-11T11:59:56","date_gmt":"2011-09-11T11:59:56","guid":{"rendered":"http:\/\/waldesleuchten.de\/?p=490"},"modified":"2018-05-23T18:04:50","modified_gmt":"2018-05-23T18:04:50","slug":"schutz-gegen-%e2%80%9ebose-machte%e2%80%9c","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/waldesleuchten.de\/?p=490","title":{"rendered":"Schutz gegen \u201eb\u00f6se M\u00e4chte\u201c"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/waldesleuchten.de\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/Frauenflachs.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/waldesleuchten.de\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/Frauenflachs.jpg\" alt=\"Linaria vulgaris, Bl\u00fcte\" title=\"Frauenflachs\" width=\"225\" height=\"300\" class=\"alignright size-full wp-image-491\" \/><\/a><font face=\"Arial,Helvetica,Geneva,Swiss,SunSans-Regular\" size=\"2\"><br \/>\nDen ganzen Sommer hindurch hat uns auf Wanderungen entlang von Wegr\u00e4ndern, auf Bahnd\u00e4mmen oder Schutt- und \u00d6dfl\u00e4chen, auch an Ger\u00f6llfeldern an Fl\u00fcssen das Gemeine Leinkraut (Linaria vulgaris) mit seinen auffallenden, leuchtend gelben Bl\u00fcten begleitet.<br \/>\nAndere Namen, die dieses mehrj\u00e4hrige Kraut bezeichnen, lauten \u2013 unter anderem &#8211; \u201eFrauenflachs\u201c, \u201eMarienflachs\u201c, \u201eWilder Flachs\u201c, \u201eGelbes L\u00f6wenmaul\u201c, \u201eG\u00f6scherl\u201c, \u201eKleines L\u00f6wenm\u00e4ulchen\u201c (1).<!--more--><\/p>\n<p>Biologisch gesehen geh\u00f6rt das Kraut zu den Braunwurzgew\u00e4chsen (Scrophulariaceae) (2).<br \/>\nWer seine h\u00fcbschen Bl\u00fcten auch im Garten oder auf dem Balkon nicht missen m\u00f6chte, kann es \u2013 neben der M\u00f6glichkeit der Anzucht aus Samen \u2013 auch \u00fcber Wurzelschnittlinge, Stecklinge oder durch Teilung vermehren (3).<br \/>\nEine Aussaat kann im Fr\u00fchjahr\/Sommer direkt im Freien erfolgen, die optimale Keimtemperatur betr\u00e4gt 10-15 \u00b0C, die Keimdauer 7-10 Tage (4).<br \/>\nDie Bl\u00fcten werden durch Hummeln best\u00e4ubt, bemerkenswert ist die gro\u00dfe Samenproduktion: eine einzelne Pflanze erzeugt bis zu 32 000 Samen (5)!<\/p>\n<p>Auch als alte Heilpflanze ist das Leinkraut bekannt (Inhaltsstoffe : die Flavonglykoside Linarin, Neolinarin und Pektolinarin sowie Peganin, Pektin, Zucker und organische S\u00e4uren) (6).<br \/>\nDie innerliche Anwendung erfolgt in der Volksheilkunde bei Erkrankungen des Verdauungsapparats (Bl\u00e4hungen, Verstopfungen, Magengeschw\u00fcre), sollte den Herzmuskel st\u00e4rken sowie bei Muskelatrophien helfen k\u00f6nnen,  \u00e4u\u00dferlich angewendet wurde es in Form von Umschl\u00e4gen oder Salben bei Hautentz\u00fcndungen oder H\u00e4morrhoiden. Das frische, bl\u00fchende Kraut wurde dabei im Juni bis September gesammelt und frisch oder luftig getrocknet verwendet \u2013 zu genauen Anwendungen schlage man in entsprechender Fachliteratur nach &#8211; da die Wirkung des Krautes noch nicht ausreichend wissenschaftlich erforscht ist, sollte man generell Vorsicht walten lassen (7).<\/p>\n<p>Auch im Volksglauben hatte das Leinkraut seinen festen Platz: man legte es Geb\u00e4renden oder kleinen Kinder unter, um sie vor b\u00f6sen M\u00e4chten, Hexenzauber oder Verw\u00fcnschungen zu sch\u00fctzen (8).<br \/>\nAuch war das Leinkraut Teil von sogenannten \u201eWeihb\u00fcscheln\u201c, die zu Maria Himmelfahrt (15. August), am Vorabend gesammelt, in der Kirche gesegnet wurden und aus einer bestimmten Anzahl und Reihenfolge von Kr\u00e4utern gewunden wurden. Diese \u201eWeihb\u00fcschel\u201c  sollten Segen spenden und Unheil vertreiben, wurden gegen Krankheiten, Blitzschlag und Feuer verwendet oder als heilskr\u00e4ftiger Schmuck \u00fcber Hof- und Stallt\u00fcren angebracht (9).<br \/>\nDas Leinkraut ist somit f\u00fcr unsere Vorfahren weit mehr als nur ein h\u00fcbscher Begleiter am Wegesrand gewesen \u2013 ein guter Grund, um es sich hin und wieder einmal ganz aus der N\u00e4he zu betrachten und sich \u00fcber seine helle Farbenkraft zu freuen.<\/font><\/p>\n<p><font face=\"Arial,Helvetica,Geneva,Swiss,SunSans-Regular\" size=\"1\"><br \/>\n(1) Dietmar und Renate Aichele\/ Heinz-Werner und Anneliese Schwegler: Was gr\u00fcnt und bl\u00fcht in der Natur?, Kosmos Verlag, 2. Auflage 1983, S. 197 sowie<br \/>\nLexikon der Heilpflanzen, tosa Verlag, tschechisch 1995, deutschsprachige Ausgabe 2002, S. 103, ISBN 3-85492-635-9<br \/>\n(2) Dietmar und Renate Aichele\/ Heinz-Werner und Anneliese Schwegler: Was gr\u00fcnt und bl\u00fcht in der Natur?, Kosmos Verlag, 2. Auflage 1983, S. 197, ISBN 3-440-04931-0<br \/>\n(3) Reinhard Witt: Wildpflanzen f\u00fcr jeden Garten \u2013 1000 heimische Blumen, Stauden und Str\u00e4ucher, BLV, M\u00fcnchen\/Wien\/Z\u00fcrich, 2. Auflage 1995, S.174, ISBN 3-405-14566-X<br \/>\n(4) The Royal Horticultural Society\/ Alan Toogood: Handbuch der Pflanzenvermehrung, Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2000, S. 227, ISBN 3-8001-6682-8<br \/>\n(5) D. Aichele\/ M. Golte-Bechtle: Was bl\u00fcht denn da?, Kosmos Verlag, Stuttgart, 56. Auflage 1997, S. 222, ISBN 3-440-07244-4<br \/>\n(6) Peter und Ingrid Sch\u00f6nfelder: Der Kosmos-Heilpflanzenf\u00fchrer, Kosmos Verlag, Stuttgart, 5. Auflage 1991, S. 136, ISBN 3-440-06322-4 sowie<br \/>\nLexikon der Heilpflanzen, tosa Verlag, tschechisch 1995, deutschsprachige Ausgabe 2002, S.103, ISBN 3-85492-635-9<br \/>\n(7) Lexikon der Heilpflanzen, tosa Verlag, tschechisch 1995, deutschsprachige Ausgabe 2002, S.103, ISBN 3-85492-635-9<br \/>\n(8) http:\/\/www.awl.ch\/heilpflanzen\/linaria_vulgaris\/index.htm, abgerufen am 11.09.2011<br \/>\nsowie<br \/>\nhttp:\/\/von-hutten-apotheke.de\/index.php?option=com_content&#038;view=article&#038;id=34&#038;Itemid=3, abgerufen am 11.09.2011<br \/>\n(9) http:\/\/www.sulinet.hu\/oroksegtar\/data\/magyarorszagi_kisebbsegek\/2009\/nemetek\/Bawaz\/pages\/005_brauche_im_jahreslauf.htm, abgerufen am 11.09.2011<\/font><br \/>\n<font face=\"Arial,Helvetica,Geneva,Swiss,SunSans-Regular\" size=\"2\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Den ganzen Sommer hindurch hat uns auf Wanderungen entlang von Wegr\u00e4ndern, auf Bahnd\u00e4mmen oder Schutt- und \u00d6dfl\u00e4chen, auch an Ger\u00f6llfeldern an Fl\u00fcssen das Gemeine Leinkraut (Linaria vulgaris) mit seinen auffallenden, leuchtend gelben Bl\u00fcten begleitet. 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