{"id":746,"date":"2011-11-27T16:51:54","date_gmt":"2011-11-27T16:51:54","guid":{"rendered":"http:\/\/waldesleuchten.de\/?p=746"},"modified":"2018-05-23T18:06:16","modified_gmt":"2018-05-23T18:06:16","slug":"sonnenstunden-auf-der-teufelsmauer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/waldesleuchten.de\/?p=746","title":{"rendered":"Sonnenstunden auf der Teufelsmauer"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/waldesleuchten.de\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Teufelsmauer-Hamburger-Wappen.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/waldesleuchten.de\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Teufelsmauer-Hamburger-Wappen.jpg\" alt=\"Teufelsmauer - Blick auf das Hamburger Wappen\" title=\"Teufelsmauer - Hamburger Wappen\" width=\"255\" height=\"340\" class=\"alignright size-full wp-image-754\" srcset=\"https:\/\/waldesleuchten.de\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Teufelsmauer-Hamburger-Wappen.jpg 255w, https:\/\/waldesleuchten.de\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Teufelsmauer-Hamburger-Wappen-225x300.jpg 225w\" sizes=\"(max-width: 255px) 100vw, 255px\" \/><\/a><font face=\"Arial,Helvetica,Geneva,Swiss,SunSans-Regular\" size=\"2\"><br \/>\nVergangenen Sonntag ging es wieder hinaus in den Harz, wenn auch diesmal eher ins Harzvorland \u2013 zur Teufelsmauer bei Blankenburg, eine Sandsteinrippe, die w\u00e4hrend der Erhebung des Harzes aufgeworfen und durch Abtragung weicherer Gesteinsschichten freigewaschen wurde. Die Teufelsmauer erhebt sich an drei Stellen im Harzvorland, in den \u201eGegensteinen\u201c bei Ballenstedt, einem Abschnitt bei Weddersleben sowie zwischen Blankenburg und Timmenrode. Den letztgenannten Abschnitt hatten wir uns f\u00fcr diesen Tag vorgenommen. Die Teufelsmauer ber\u00fchrt Blankenburg an der Stra\u00dfe nach Hasselfelde, und von dort gehen wir bei sch\u00f6nstem sonnigwarmem Novemberwetter los. Drei Wege f\u00fchren \u00fcber die Teufelsmauer oder an ihr entlang: der n\u00f6rdliche Hangweg, der s\u00fcdliche Hangweg sowie der Kammweg \u2013 so schlau sind wir allerdings erst auf dem R\u00fcckweg, und so nehmen wir den n\u00e4chstbesten Weg, der uns vor die F\u00fc\u00dfe kommt. Es stellt sich sp\u00e4ter heraus, da\u00df es der s\u00fcdliche Hangweg gewesen war \u2013 betitelt mit \u201ebequemer Weg&#8220;, was auch zutrifft.<br \/>\n<!--more-->&nbsp;<br \/>\nDie ersten bizarren Felsformationen, die wir zu Gesicht bekommen, sind der Gro\u00dfmutter- und der Gro\u00dfvaterfelsen. Auf dem Gro\u00dfvaterfelsen befindet sich eine kleine Aussichtsplattform, von der man einen sch\u00f6nen Blick \u00fcber Blankenburg und die n\u00e4chstgelegenen H\u00fcgel hat \u2013 sch\u00f6n, hier am Sonntagmorgen oben zu stehen, wo die Stadt noch schl\u00e4ft, friedlich und ruhig in der Sonne liegt. Keine Autos fahren, alles ist still. Dann steigen wir wieder abw\u00e4rts &#8211; die H\u00e4nde am Fels zu haben, endlich einmal wieder, tut gut, aber es ist auch erstaunlich, wie schnell man die Gewohnheit verliert, \u00fcber Felsen zu gehen, wenn man es nicht mehr regelm\u00e4\u00dfig tut. Wir folgen dem \u2013 bequemen \u2013 s\u00fcdlichen Hangweg parallel zur Teufelsmauer durch den Wald, bis ein Einschnitt auftaucht und ein Weg bergab zur Gewittergrotte und zum Fuchsbau f\u00fchrt. Die Gewittergrotte ist ein \u00fcber den Weg h\u00e4ngender Felsen mit bizarrem Wabenmuster,<a href=\"https:\/\/waldesleuchten.de\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Fuchsbau.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/waldesleuchten.de\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Fuchsbau.jpg\" alt=\"Fuchsbau\" title=\"Fuchsbau\" width=\"255\" height=\"181\" class=\"alignright size-full wp-image-756\" \/><\/a> der angeblich bei Gewitter ein sicherer R\u00fcckzugsort ist \u2013 bei der Betrachtung kommen Zweifel auf, ob nicht die Blitze gerade hier besonders an den Felsen herunterzacken werden. Der nahgelegene, 1934 erbaute Fuchsbau erscheint da schon sehr viel schutzbietender, und bietet zudem noch eine bemerkenswerte Besonderheit, die unwillk\u00fcrlich an das Lied <a href=\"http:\/\/ingeb.org\/Lieder\/essasse2.html\" target=\"_blank\">\u201eEs sa\u00df ein klein wild V\u00f6gelein\u201c<\/a> erinnern k\u00f6nnte\u2026 warum das so ist, m\u00f6ge der geneigte Wanderer aber selbst herausfinden!<br \/>\n&nbsp;<br \/>\nAufw\u00e4rts nun wieder, um den letzten Abschnitt der Teufelsmauer bis zum Hamburger Wappen zu begehen. Am Ziel eine wundervolle Aussicht mit Blick auf den Felsen, der Hamburger Wappen genannt wird, die Mulde davor, die Gesteinsformationen, der schmale Felsdurchgang auf der gegen\u00fcberliegenden Seite, Sand unter den F\u00fc\u00dfen, die Sonne im Gesicht \u2013 hier k\u00f6nnte man es aushalten! Eine Feuerstelle liegt vor uns, ein Zettel mit der Zahlenkombination \u201e666\u201c daneben \u2013 \u00dcberreste einer schwarzen Messe? Bei Nacht und Vollmond sollte man diese Wanderung wohl besser nicht gehen\u2026<br \/>\n&nbsp;<br \/>\nDie Sage macht den Ort f\u00fcr solche Dinge attraktiv: der Teufel wollte von Gott die Herrschaft \u00fcber das Harzgebirge, das ihm am liebsten war, zugestanden bekommen, w\u00e4hrend Gott das fruchtbare Harzvorland behalten sollte. Doch es gab eine Bedingung: sollte der Teufel es schaffen, Harzvorland und Harzgebirge \u00fcber Nacht, bis der erste Hahnenschrei ert\u00f6nte, mit einer Mauer zu trennen, so sollte ihm das Harzgebirge geh\u00f6ren. Der Teufel machte sich an die Arbeit und setzte Stein auf Stein, bis ein massiver Wall entstanden war. Doch gegen Morgen, noch vor Sonnenaufgang, ging eine B\u00e4uerin aus Timmenrode zum Markt und trug in ihrem Korb einen Hahn. Sie stolperte \u00fcber einen Kieselstein, der Hahn erschrak und lie\u00df einen lauten Schrei ert\u00f6nen, gerade, als der Teufel den letzten Stein in die Mauer einf\u00fcgen wollte. Vor Wut \u00fcber den Mi\u00dferfolg zerschlug er die Mauer noch in derselben Nacht, so da\u00df nur diese letzten, heute sichtbaren \u00dcberreste stehengeblieben sind. (1)<br \/>\n&nbsp;<br \/>\nDavon nicht abgehalten, klettern wir eine ganze Zeitlang in den Felsen und zwischen lichtem Kieferwald umher, freuen uns \u00fcber die Aussicht, spinnen Gedanken, tauschen Ansichten aus &#8211; sind es doch zwei sehr verschiedene Welten, die hier auf dieser Wanderung zusammengefunden haben. An dieser Stelle wirkt es fast, als w\u00e4re der Sommer noch einmal f\u00fcr einen Augenblick zur\u00fcckgekehrt. Letztlich rei\u00dfen wir uns doch von diesem Ort los und gehen zur\u00fcck nach Blankenburg, diesmal \u00fcber den \u2013 als \u201ebeschwerlich\u201c gekennzeichneten, faktisch aber au\u00dferordentlich abwechslungsreichen \u2013 Kammweg direkt \u00fcber die Teufelsmauer hinweg, vorbei an Fahnen- und Spitzfelsen. Warum sie wohl so hei\u00dfen? Der Fahnenfelsen k\u00f6nnte mit einiger Phantasie einer durch Wind verdrillten Fahne gleichen, der Spitzfelsen soll \u2013 so stand es in einer an der Gro\u00dfvater-Ausflugsgastst\u00e4tte ausgelegten Brosch\u00fcre \u2013 nach der Hunderasse \u201eSpitz\u201c benannt sein. Viel Einbildungskraft hatten die Namensgeber offenbar schon! Beim n\u00e4chstgelegenen Turnerfelsen erscheint die Namensgebung naheliegender \u2013 so ist der Wanderer gezwungen, \u00fcber das Gestein zu turnen. Noch viele weitere Felsen und Aussichten passieren wir auf unserem Weg \u00fcber dem Kamm, genie\u00dfen die Aussicht vom Teufelssessel aus, freier Blick \u00fcber das ganze Tal. Ist es der <a href=\"http:\/\/www.ausflugsziele-harz.de\/ausflugsziele-sehenswertes\/natur-nationalpark\/huy.htm\" target=\"_blank\">Huy<\/a>, der dort dr\u00fcben als Erhebung liegt? Wir sitzen und reden, gehen \u00fcber Felstreppen und weitere Aussichtspunkte, bis wir wieder am Gro\u00dfvaterfelsen ankommen \u2013 und den Wandertag in der zugeh\u00f6rigen Gastst\u00e4tte beenden. Empfehlenswert!<\/font><\/p>\n<p><font face=\"Arial,Helvetica,Geneva,Swiss,SunSans-Regular\" size=\"1\"><br \/>\n(1) vgl: Bernd Sternal\/ Lisa Berg: Sagen, Mythen und Legenden aus dem Harz, Band 2, Books on Demand GmbH, Norderstedt, 1. Auflage Mai 2010, S. 87, ISBN 978-3-8391-5059-7<\/font><br \/>\n<font face=\"Arial,Helvetica,Geneva,Swiss,SunSans-Regular\" size=\"2\"><br \/>\n<a href=\"https:\/\/waldesleuchten.de\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Teufelsmauer-Gro\u00dfvaterfelsen.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/waldesleuchten.de\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Teufelsmauer-Gro\u00dfvaterfelsen.jpg\" alt=\"Teufelsmauer - Gro\u00dfvaterfelsen\" title=\"Teufelsmauer - Gro\u00dfvaterfelsen\" width=\"640\" height=\"480\" class=\"aligncenter size-full wp-image-771\" srcset=\"https:\/\/waldesleuchten.de\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Teufelsmauer-Gro\u00dfvaterfelsen.jpg 640w, https:\/\/waldesleuchten.de\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Teufelsmauer-Gro\u00dfvaterfelsen-300x225.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vergangenen Sonntag ging es wieder hinaus in den Harz, wenn auch diesmal eher ins Harzvorland \u2013 zur Teufelsmauer bei Blankenburg, eine Sandsteinrippe, die w\u00e4hrend der Erhebung des Harzes aufgeworfen und durch Abtragung weicherer Gesteinsschichten freigewaschen wurde. 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