Entlang der Bode


Altenbrak – Treseburg – Krügers Lust – Dobblers Höhe – Wilhelmsblick – Todtenrode – Staumauer Wendefurth – Wendefurth – Schöneburg – Altenbrak

Gestein an der Bode29.08.2013: Altenbrak ist der Ausgangspunkt dieser Wanderung, genauer gesagt der dortige Großparkplatz. Wir folgen der Straße „Rolandseck“ über die Bode, gehen innerorts zunächst geradeaus, dann nach links hinauf und schließlich auf schmalerem Pfad, den Ort verlassend, wieder ein Stück nach links hinab, bis wir das südliche Bodeufer erreichen. Dort wandern wir beinahe eben an der Bode entlang. Zu unserer Rechten erheben sich zuweilen gewaltige Felswände, zu unserer Linken rauscht die Bode mal sanfter, mal lärmender unter mal steil abfallenden Wänden, mal sanfterer Uferformation dahin. Ein schattiger, entspannender, angenehmer Waldweg, den wir hier Richtung Treseburg beschreiten. Hin und wieder entdecken wir dabei die roten Beerenfrüchte des unter Naturschutz stehenden Gefleckten Aronstabs (Arum maculatum).

Kurz vor Treseburg erreichen wir einige Gebäude – darunter ein Hotel – die schottischen Burgen nachempfunden scheinen. Nah an sanft abfallendem Ufer fließt die Bode jetzt neben uns, während wir an ihr entlang nach Treseburg hineinspazieren. Vorbei am großen „Hotel Forelle“ mitten im Ort, direkt nach Passieren des Kreisels, steigen wir wieder hangaufwärts. Vom Aussichtspunkt „Krügers Lust“ aus sehen wir weiß ein Gedenkkreuz für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs aus dem Wald heraus leuchten, ein weiterer Aussichtspunkt – „Dobblers Höhe“ – läßt uns in die Tiefe auf die schmale Straße nach Thale blicken, wo gerade zwei sich begegnende Reisebusse ein spektakuläres Ausweichmanöver vollführen.

Bode zwischen Altenbrak und Treseburg

Bode zwischen Altenbrak und Treseburg

Weiter führt uns unser Pfad hoch über der Straße durch Laubwald hinauf zum Aussichtspunkt Wilhelmsblick. Sehr viel Neues bietet dieser Aussichtspunkt zwar auch nicht, aber er ist der Endpunkt unseres bisherigen Höhenwegs; von hier aus müssen wir wieder hinabsteigen. Beschreibungen zufolge soll man die Bode hier an vier Stellen gleichzeitig sehen, so dass sie wie vier verschiedene Flüsse auf den Betrachter wirkt – aber der Wald ist zu dicht, wir jedenfalls haben diese Einblicke nicht. Wahrscheinlich muß man dafür den Laubfall abwarten. Nach wenigen Meter stehen wir auf einer kleinen Plattform, die uns eine Entscheidung über den möglichen Weiterweg abnötigt: entweder weglos sehr steil am Hang entlang bis hinauf zum Kamm und dort entlang – auf rutschigem, trockenem Laub – oder durch einen gemauerten schmalen Tunnel hindurch zur Fahrstraße. Heute sind wir bequem und wählen den offiziellen Weg. 1861 wurde der Tunnel auf Idee des Straßenbaumeisters Wilhelm hin gebaut, der damit den Aussichtspunkt Wilhelmsblick erschloß . Am straßenseitigen Tunnelende weist ein Gedicht auf die Stelle hin:

„Wanderer halt die Schritte ein,
willst Du Herz und Sinn erfreun.
Leicht ersteigen Bergeshöhen,
wo der Vorwelt Schauer wehen.
Und vor längst entschwundenen Jahren
Türme noch und Zinnen waren.
Aber jetzt Dein Auge ruht
auf des Bergstroms wilder Flut.
Und Du fühlst nur Luft – doch Grauen,
wenn Du es wagst hinab zu schauen.
Tritt in diese Höhle ein.“

Tunnel am Wilhelmsblick

Tunnel am Wilhelmsblick

Etwa fünf Minuten gehen wir auf schmalem Gehweg an der Straße entlang, danach wieder spitzwinklig von ihr abbiegend nach links hangaufwärts durch den Wald. Hier steigen wir gemütlich bergan, bis wir eine Schutzhütte und ein Denkmal für den Forstmeister Johann Georg von Langen erreichen. Nun führt uns eine geschotterte Forststraße bis zur Försterei und zum Waldgasthaus Todtenrode, wo wir uns zu einem Einkehrschwung mit Kuchen und Eis niederlassen. Hier, mitten im Wald, finden wir erstaunlicherweise sogar ein Wahlplakat vor – der SPD. Schöner wird der Wald durch den Anblick eines solchen Politikerlächelns bestimmt nicht… ;-)

Nach unserer Rast unternehmen wir zunächst noch einen Abstecher in südlicher Richtung zum Aussichtspunkt „Böser Kleef“, von dem aus wir einen schönen Blick auf unseren Ausgangspunkt Altenbrak genießen. In Anbetracht des schwierigen Weiterwegs, von dem wir in diesem Moment noch nichts ahnen, wäre es dringend zu empfehlen, die Wanderung an dieser Stelle zu verkürzen und direkt nach Altenbrak abzusteigen. Jedoch, heute ist dieser Weg wegen Forstarbeiten gesperrt, und eigentlich wollten wir ja noch etwas länger wandern… so gehen wir also zurück zum Gasthaus Todtenrode, gehen ein Stück auf der Forststraße in nördlicher Richtung und nehmen dann eine schmalere Forststraße in nordwestliche Richtung, markiert mit gelbem Quadrat auf weißem Hintergrund…

Blick auf Altenbrak vom Aussichtspunkt Böser Kleef

Blick auf Altenbrak vom Aussichtspunkt Böser Kleef

Noch läßt es sich hier gut gehen, über abgeholzte Flächen, bestanden mit Ginster und Weidenröschen. Doch dann… der Weg führt uns bis kurz vor die Fahrstraße nach Almsfeld, dann zweigt das gelbe Quadrat erneut ab – nach rechts. Wir folgen. Die Markierung wirkt nagelneu, doch der Weg ist beinahe vollständig zugewachsen und wurde offenbar seit Monaten nicht mehr gepflegt. Warum aber dann die neue Markierung?

Als wir uns schließlich erfolgreich durch das Gestrüpp gekämpft haben, stehen wir wieder kurz vor der Fahrstraße nach Almsfeld, nur etwas näher an der Siedlung. Hier müssen wir entlang der Straße weitergehen – und freuen uns sehr, als links der Straße schon nach fünf Gehminuten ein Waldweg Richtung Wendefurth abzweigt, den wir natürlich einschlagen. Ein Fehler! Eindeutig besser wäre – im Hinblick auf das noch Kommende – an der Fahrstraße entlang weiterzuwandern, die B81 zu überqueren (nicht gerade lustig, aber wenigstens ein schnelles Queren), weiter entlang der Fahrstraße Richtung Hüttenrode weiterzugehen und von hier aus den nächsten Weg hinab zur Talsperre Wendefurth. Klingt insgesamt auch nicht allzu schön, ist aber weitaus ungefährlicher als das, was uns noch erwartet.

Talsperre Wendefurth

Talsperre Wendefurth

Der Waldweg nach Wendefurth, anfangs noch markiert, büßt bald seine Markierungen gänzlich ein und geht in ebenfalls recht verwilderten Zustand über. Ganz sicher sind wir nicht mehr, ob wir hier richtig sind, die Richtung scheint aber zu stimmen. Und sie stimmt auch; leider endet jedoch der Weg nicht in Wendefurth, sondern ein gutes Stück oberhalb an der B81. Auf der gegenüberliegenden Seite gibt es keinen Anschlußweg, so müssen wir also wohl oder übel an der Bundesstraße hangabwärts laufen, alles andere als lustig. Wer die B81 kennt, weiß wieso: hier entlang kommt aller Durchgangsverkehrt von Nordhausen über den Harz und umgekehrt – eine relativ schmale, aber extrem stark befahrene Straße, auch extrem stark von LKWs frequentiert. Endlich sehen wir auf der gegenüberliegenden Straßenseite einen Waldweg: nichts wie hin – und weg von der Bundesstraße!

Bode zwischen Wendefurth und Altenbrak

Bode zwischen Wendefurth und Altenbrak

Dieser Weg führt uns sicher hinab zur Talsperre von Wendefurth und über die Staumauer. Wer die Wanderung (oder eine andere) in Wendefurth beginnen möchte, findet hier am Stauwerk ausreichend Parkmöglichkeiten (um dorthin zu gelangen, muß man von Blankenburg kommend in Wendefurth direkt NACH der Bodebrücke nach rechts abbiegen und der Straße „Am Stausee“ folgen). Wir gehen von hier aus hinunter in den Ort, wo wir nochmals – gefährlich! (kein Mensch fährt hier 50) – die B81 queren und – endlich wieder entfernt von größeren Straßen – an der Bode entlang Richtung Altenbrak wandern. Ein letzter Abstecher führt uns über wunderschöne Wald- und Kammpfade zum Aussichtspunkt Schöneburg hinauf, wo wir im Abendlicht auf Altenbrak hinunterblicken. Dann steigen wir über den Kamm zurück nach Altenbrak hinunter, erreichen die Bode und wandern im letzten Licht an ihr entlang zum Parkplatz zurück.

Auf dem Weg zum Aussichtspunkt Schöneburg

Auf dem Weg zum Aussichtspunkt Schöneburg

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5 Responses to Entlang der Bode

  1. Dr. Frank Bode sagt:

    Guten Tag und vielen Dank für den Bericht über die Wanderung durch meine Heimat.
    Auch wenn ich seit 23 Jahren einen anderen Lebensmittelpunkt gefunden habe, zieht es mich immer wieder in die Wälder des Harzes. Besonders im Herbst ist es eine einzigartig bunte Welt voller Melancholie und herber Schönheit mit seltenen lieblich sonnigen Tagen.
    Um es mit Anton Tschechov zu sagen : “ Die Natur ist ein sehr gutes Beruhigungsmittel.“
    Mit besten Grüßen aus dem Saarland !

  2. Antifa-Outlook sagt:

    Hi, wir finden es gut, dass Du Dich nun mit anderen Dingen beschäftigst und den *** sein lässt. Da ist es gut, dass Du nun wandern gehst. Du scheinst Dich aus der ***-Szene gelöst zu haben. Wir beobachten das mit großem Wohlwollen. Du bist auf dem richtigen Weg. Du kommst noch bei uns an.

    editiert von Tilia: *** (Beleidigungen unnötig)

    • Tilia sagt:

      Sehr geehrter Herr Antifa-Outlook alias ultima-ratio aus dem FF-Forum, es ist äußerst bemerkenswert, wie Sie immer wieder mit neuen Nicknamen auf diesem Blog auftauchen und subtile Beleidigungen streuen. Schon vergessen, wie Sie mir damals im Frühjahr 2011 erzählten, aus Angst Ihre Festplatte zerkloppt zu haben, wie Sie sich einbildeten, Tag und Nacht stünde ein Wächter vor Ihrer Haustür, und wie Sie davon schrieben, bei Nacht und Nebel Ihre ThorSteinar-Jacke in den nächsten Wald hinausgefahren zu haben? Vergessen auch die Entschuldigungen samt Pralinen für das frühere aggressive Verhalten mir gegenüber? An Ihrem Charakter müßten Sie noch ein wenig arbeiten. Ihr Stil erscheint ausgereift, da in ständiger Wiederholung immer derselbe.

      Regelmäßig wandern gehe ich übrigens schon seit dem zarten Alter von 14 Jahren.

  3. Antifa-Outlook sagt:

    Komme ich jetzt nicht mit. Habe auch gerade keine Zeit zu recherchieren, was Du schreibst/Sie schreiben. Mir ging es darum das Positive zu betonen.

    • Tilia sagt:

      Klar, wäre ja auch zu unbequem für Sie, in Ihrem eigenen Gedächtnis zu recherchieren. Verdrängen ist besser, sonst müßte man ja eventuell mal sein Verhalten überdenken. Ich schlage vor, Sie suchen sich andere Frauen als Zielobjekt für Ihre sonderbaren Annäherungsversuche.

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